Was ist Leseförderung im Vorschulbereich?

 

Kinder erfahren in ihrem Alltag einen lustvollen Umgang mit Schrift, Sprache und Geschichten. Sie sammeln sogenannte Literacy-Erfahrungen, indem ihre Bezugspersonen ihnen vorlesen, mit ihnen im Dialog Bücher betrachten und deren Inhalte zusammen reflektieren. Dazu gehören auch Symbole und Zeichen zu entdecken, zusammen zu reimen, Silben zu klatschen oder Verse aufzusagen. Je mehr Literacy-Erfahrungen in den Alltag integriert sind, umso nachhaltiger sind sie. Das heisst, nicht nur beim Betrachten von Bilderbüchern, auch während eines Spazierganges, während des Einkaufens oder des Kochens erhält und entdeckt ein Kind wertvollen sprachlichen Input. Zudem sind Eltern und Bezugspersonen wichtige Lese- und Schreibvorbilder. Wer Zeitung liest oder Einkaufslisten schreibt, wird bald merken, dass die Kinder nicht nur interessiert zuschauen, sondern auch nachahmen.

 

Weshalb braucht es Leseförderung?

 

Kinder, die schon früh mit Büchern vertraut sind, denen von klein auf vorgelesen wird und die Spass an Erzähltem und an der Sprache erfahren, haben später bessere Voraussetzungen für den Erwerb von Lesekompetenzen und für eine dauerhafte Beziehung zum Lesen. Es kommt seltener zu den Leseknicks nach Schuleintritt und im Übergang zur Pubertät. Eltern und nahe Bezugspersonen kommen in der frühen Sprach- und Leseentwicklung der Kinder die wichtigste Rolle zu. Sie sind es, die diese durch ein anregendes sprachliches Umfeld im Alltag unterstützen und fördern können. Fachpersonen in Kitas und Spielgruppen dahingegen nehmen eine Doppelfunktion ein. Einerseits können sie den Kindern eine breite Palette an Literacy-Erfahrungen bieten und den Kindern einen lustvollen Zugang zu mündlicher und schriftlicher Sprache ermöglichen. Andererseits sind sie Vermittler/-innen, die den Eltern das vielfältige Spektrum eines literal aktiv gelebten Alltages vorleben können.